Bezirksapostelhelfer John Sobottka im Ruhestand

Zürich/Cambridge. Stammapostel Jean-Luc Schneider konnte Corona-bedingt nicht nach Cambridge (Kanada) reisen. Stattdessen beauftragte er den zuständigen Bezirksapostel Mark Woll, seinen langjährigen Freund und Bezirksapostelhelfer John Sobottka in den wohlverdienten Ruhestand zu setzen.

Gleich zu Beginn begrüßte Bezirksapostel Woll alle über die Medien verbundenen Gottesdienstteilnehmer: „Die ganze Welt ist heute Morgen zugeschaltet.“ Es wurde ein dankbarer Rückblick. Immerhin war der scheidende Bezirksapostelhelfer 40 Jahre lang Amtsträger der Kirche und davon 18 Jahre als Apostel aktiv im Einsatz. Vielfach bewies er seine besonderen Qualitäten im Umgang mit Menschen und Aufgaben.

In Organisation und Sprachen gelehrt

Geboren wurde Hans-Joachim Sobottka 1956 in Duisburg (Deutschland). 1964 übersiedelten die Eltern mit ihren beiden Kindern nach Kanada. Die Mitarbeit, zunächst in der Gemeinde und später darüber hinaus, war für den jungen Amtsträger Ehrensache. Im Jahr 2000 empfing John Sobottka das Bischofsamt. Nur zwei Jahre später wurde er zum Apostel ordiniert und wieder ein Jahr später als Bezirksapostelhelfer beauftragt. Seine vielen Reisen als Botschafter der Kirche führten ihn in viele Länder Afrikas und Asiens.

Humor und Ausgeglichenheit bewiesen

Geschätzt wird Apostel Sobottka wegen seiner humorigen, ausgeglichenen Art. Empathisch sich in andere Menschen hinein zu versetzen – das ist seine Devise immer gewesen. „Wir müssen in der Lage sein, mit den Menschen in ihrer Einzigartigkeit zu kommunizieren. Es geht darum, ein wenig von ihrer Geschichte zu verstehen, wo sie stehen und was ihre Visionen für die Zukunft sind“, sagt er in einem Interview mit nac.today. Erst dann könne er mit ihnen über das Evangelium reden und ihnen zeigen, wie es mit ihrer Geschichte, mit ihrer gegenwärtigen Situation und auch mit ihren Erwartungen für die Zukunft weitergehen kann – eine typische Aussage für einen Missionsapostel. Nach eigenem Bekunden hat er rund 13 Millionen Kilometer in seiner Amtstätigkeit zurückgelegt. Das bedeutet konkret: etwa 180 Tage im Jahr war er im Dienst der Kirche unterwegs.

Wertvolle Gremienarbeit geleistet

Seine Führungsqualitäten und seine Mehrsprachigkeit wurden auch in kirchlichen Gremien gebraucht. Viele Jahre war er Mitglied in der KG – der Koordinationsgruppe. Insbesondere in der Entstehungszeit des Katechismus waren seine gleich guten Deutsch- und Englischkenntnisse sehr geschätzt.

Für Apostel Sobottka ist der Katechismus der Kirche ein Glücksfall: „Das ist eines der großartigen Dinge des Katechismus‘ – das Konzept von Kirche. Wir Menschen sind unvollkommen. Die Gemeinde ist unvollkommen. Die sichtbare Kirche ist unvollkommen, weil sie aus unvollkommenen Menschen besteht. Aber wir wollen die unsichtbare Kirche widerspiegeln, die Kirche so, wie sie sein sollte. Und da wir noch nicht so weit sind, heißt das für mich, dass wir uns offensichtlich noch weiter verändern müssen.“

Ein besonderer Dank gilt seiner Frau Holly und der ganzen Familie.

Zwei neue Apostel ordiniert

Im Gottesdienst am 20. Dezember 2020 in Cambridge ordinierte Bezirksapostel Woll zwei neue Apostel: Jonathan Karl Sturm (*1976) ist für die vier westlichen Provinzen Kanadas zuständig und Arnaud Martig (*1971) für die Kirchenbezirke im Osten des Landes und für die von Kanada aus betreuten Gebietskirchen in der Republik Kongo, Tschad, Ruanda und Zentralafrikanischen Republik.

12. Januar 2021