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Seelsorge, Lehre und Führungsprinzipien: Mit diesen Themen hat sich die Bezirksapostelversammlung während ihrer jüngsten Sitzung in Kapstadt befasst.
Zunächst wandte sich Stammapostel Jean-Luc Schneider ein letztes Mal mit einem geistlichen Teil an die Bezirksapostel und ihre Helfer: Aufgabe des Apostolats sei es, das Evangelium wahrheitsgemäß zu verkünden. Das verlange auch, vor falschen Propheten zu warnen. Dazu gehörten alle jene, die Macht im Namen Jesu ausüben wollen, Gewalt und Krieg religiös begründen, Reichtum wichtiger machen als das Heil, Menschen verdammen und ausgrenzen sowie Geschäfte mit den glauben machen.
Ausdrücklich ging der Stammapostel auf den zehnten Glaubensartikel ein, der staatlicher Autorität akzeptiert, solange diese nicht im Widerspruch zu göttlichen Geboten steht. „In den letzten Jahren habe ich mehrfach beobachtet, dass Kräfte am Werk waren, die unserer Kirche Meinungen aufzwingen wollten, die dem Evangelium widersprechen“, sagte er und rief die Bezirksapostel dazu auf, „diesen Versuchen entschieden zu widerstehen“ – „selbst wenn diese Haltung dem Funktionieren der Kirche als Institution schädlich sein sollte.“
Seelsorge als Raum der Begleitung
Später erläuterte Stammapostelhelfer Helge Mutschler den Sachstand bei den vertiefenden Beratungen zum Seelsorge-Verständnis: Der Workshop der Sitzung aus dem vergangenen Jahr wurde weitergeführt. Im Mittelpunkt stand nicht nur die Frage, wo bereits viel Gutes und Wertvolles geschieht, sondern auch, wie Seelsorge weiter unterstützt, gestärkt und ausgebaut werden kann – als unverzichtbarer Raum von Gemeinschaft, Beziehung und geistlicher Begleitung.
Der Austausch wird fortgesetzt: Die bisherigen Ergebnisse werden ausgewertet, weitere Stimmen einbezogen und die offenen Fragen weiter beraten. Ziel ist es, das Thema gemeinsam zu vertiefen und tragfähige nächste Schritte zu entwickeln.
Laufende Arbeiten am Katechismus
Ebenfalls auf der Tagesordnung stand ein Zwischenbericht zur Aktualisierung des Katechismus. Nach der Veröffentlichung im Katechismus hatten sich vor allem beim Amtsverständnis größere Änderungen ergeben. Zudem wurden weitere Lehraussagen präzisiert und Klarstellungen publiziert.
Relevante Neuerungen sollen nun in den Katechismus eingearbeitet werden. Die Vorarbeiten dafür hatte eine 16-köpfige Projektgruppe geleistet. Federführend bei dem Projekt ist die sogenannte Koordinationsgruppe, die die Entscheidungsfindung der Bezirksapostelversammlung in geistlichen Fragen vorbereitet.
Dienen im Mittelpunkt
Aus dem Bestand gültiger Dokumente wurde eine ganze Reihe von bisherigen Unterlagen rund um das Leitbild „Dienen und Führen“ gestrichen. Wie berichtet hatte die Neuapostolische Kirche diese Leitlinien aktualisiert. Neue Inhalte und zusätzliche Kapitel greifen wichtige Entwicklungen der vergangenen Jahre auf und stärken den Gedanken des Dienens.
Abschied nehmen hieß es schließlich nicht nur für Stammapostel Schneider, der am kommenden Sonntag in den Ruhestand tritt. Auch Bezirksapostel Michael Ehrich war zum letzten Mal in der Runde dabei. Er übergibt seinen Auftrag im Juni an seinen Nachfolger Martin Rheinberger.
22. Mai 2026